Perioden anlegen und konfigurieren
Zuletzt aktualisiert am 07.07.2025
Überblick
Dieser Artikel beschreibt, wie Sie Perioden anlegen und konfigurieren, und liefert zwei Beispiele für die Konfiguration eines Jahresabschlusses und einer Steuererklärung für eine True-Up-Periode.
Dieser Artikel enthält folgende Abschnitte:
Perioden anlegen
Perioden können im normalen Modus und im Expertenmodus angelegt werden. Legen Sie eine Periode wie folgt an:
- Navigieren Sie zum Arbeitsbereich Perioden.
- Klicken Sie auf Anlegen oder Anlegen (Experte) und geben Sie im daraufhin angezeigten Dialog die benötigten Daten an.
- Klicken Sie auf Anlegen.
Hinweis: Die Dialogfelder werden in der nachfolgenden Tabelle erläutert.
Dialogfeld
Beschreibung
ID
Die ID ist eine automatisch von Income Taxes vergebene Nummer zur eindeutigen Identifizierung der Periode.
Name
Der Name der Periode ist frei wählbar. Die Verwendung einer einheitlichen Nomenklatur für die Periodennamen ist empfehlenswert (z. B. IFRS-Abschluss 2024-12-31), damit auch bei einer größeren Anzahl an Perioden eine gute Übersicht gegeben ist.
Der Eintrag ist auf 255 Stellen begrenzt.
Ultimo / Fälligkeit
Es handelt sich um den Stichtag der entsprechenden Periode (Angabe im Format JJJJ-MM-TT; z. B. 2025-12-31).
Bei aktiviertem Risk Management-Modul in der Periode heißt dieses Attribut Fälligkeit.
Steuerformular
Über das Attribut Steuerformular können die entsprechenden Steuerformulare für den jeweiligen Veranlagungszeitraum der Periode gewählt werden. Wählen Sie:
- Für Veranlagungszeiträume vor 2015 vor 2015
- Ab dem Veranlagungszeitraum (VZ) 2015 das entsprechende Jahr (VZ 2018 => Steuerformular 2018).
Soll ein Jahresabschluss mit der Periode abgebildet werden, wählen Sie das Steuerformular 2017. Die Steuerformulare für Folgejahre können im Moment nur für Zwecke der Steuererklärung verwendet werden.
Vorperiode
Die angegebene Vorperiode kann auch nach dem Anlegen der Periode geändert werden. Da Income Taxes z. B. die Bewegung der latenten Steuern (d. h. die GuV-Wirkung) auf Grundlage dieser Angabe berechnet, ist die Angabe der Vorperiode für den korrekten Ausweis der Veränderung zwingend erforderlich.
Zudem berechnet Income Taxes an verschiedenen Stellen in der Steuerberechnung Vortragswerte (z. B. Verlustvortrag), die sich auf die Vorperiode beziehen.
Bei der erstmaligen Anwendung von Income Taxes wählen Sie als Vorperiode (---).
Vergleichsperiode
Dieses Attribut muss durch ein Customizing freigeschaltet werden.
An einigen wenigen Stellen wird die hier ausgewählte Periode als Vergleich herangezogen. Diese Logik wird beispielsweise in den Schweizer Steuerformularen für die Berechnung einiger Vorschlagswerte verwendet. In einem anderen Fall wird die Vergleichsperiode bei der Validierung der latenten Steuern im Dialog Sonstige benutzt.
Verwandte Periode
Die verwandte Periode wird in einer neuen Version einer Periode angegeben.
Üblicherweise hat z. B. ein Jahresabschluss keine verwandte Periode. Die Steuererklärungsperiode hat als verwandte Periode den Jahresabschluss desselben Jahres.
Nehmen Sie diese Angabe vor, wenn für eine bereits existierende Periode ein sog. True-Up vorgenommen werden soll, andernfalls wählen Sie (---).
Summenperiode
Die Summenperiode ist eine Zusatzfunktion, die im Standardprodukt nicht verfügbar ist. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Ihren Lucanet-Ansprechpartner oder benutzen das Kontaktformular.
Hierdurch kann einer Erfassungs- oder Anpassungsperiode eine Summen-Periode zugeordnet werden. Durch diese Zuordnung werden die Erfassungs-, Anpassungs- und Summen-Perioden zueinander in Beziehung gesetzt, sodass in der Summen-Periode anschließend die Summe über alle zugeordneten Perioden gebildet werden kann.
Werden die Gesellschaften in den Erfassungs-, Anpassungs- und Summen-Perioden in verschiedenen Währungen geführt, wird für die Darstellung in der Summen-Periode eine Währungsumrechnung durchgeführt.
Wird hier eine Summen-Periode ausgewählt, wird ein weiteres Kontrollkästchen mit der Bezeichnung Anpassungsebene angezeigt. Wird dieses Kontrollkästchen nicht aktiviert, handelt es sich um eine Erfassungsperiode, im anderen Fall um eine Anpassungsperiode.
Periodenart
Bei der Periodenart wird grundsätzlich zwischen Abschluss und Planung unterschieden.
Planungsperioden verfügen, aufgrund ihrer abweichenden Zielsetzung, über einen anderen Dialogaufbau (verkürzte Dialoge zur GuV-basierten Ermittlung tatsächlicher und latenter Steuern). Ihr Ziel ist die Bestimmung einer künftigen Steuerquote. Planungsperioden gehören nicht zum Standard-Modul, sondern müssen durch ein Customizing aktiviert werden.
Demgegenüber sind die Abschlussperioden für die Berechnung latenter und tatsächlicher Steuern im Rahmen eines Jahresabschlusses oder einer Steuererklärung relevant.
Stammdaten / Steuerberechnung Kopie auf Basis von
Für das Anlegen einer neuen Periode kann eine bereits bestehende Periode als Kopiervorlage genutzt werden.
Nach Auswahl der zu kopierenden Periode kann im nächsten Schritt bestimmt werden, ob auch die Bewegungsdaten der ausgewählten Periode übernommen werden sollen, indem das Kontrollkästchen Steuerberechnung mit Bewegungsdaten aktiviert wird. Ist dies der Fall, kann zusätzlich durch Klick auf das Kontrollkästchen mit Meilensteinstatus festgelegt werden, ob auch die Übernahme der Meilensteinstatuswerte aus der Quellperiode gewünscht ist. Wird das Kontrollkästchen nicht aktiviert, werden alle bereits geschlossenen Meilensteine in der neuen Periode in den Status in Arbeit zurückgesetzt.
Periode als Vorlage angeben
Grundsätzlich werden beim Anlegen einer Abschlussperiode die Stammdaten einer bereits existierenden Periode verwendet. Eventuelle Änderungen von Steuersätzen oder anderen Stammdaten müssen dann zwingend in der neu angelegten Periode nachgepflegt werden.
Questionnaire Kopie auf Basis von
Bei der Nutzung des Questionnaire-Moduls können ebenfalls Bewegungs- und Stammdaten einer bereits existierenden Periode für das Anlegen einer Periode angegeben werden. Welche Datensätze als Bewegungsdaten bzw. Stammdaten gelten, wird bei der Konzeption des Questionnaire kundenindividuell festgelegt.
Berechnungsgrundlage
Die Werte in den Attributen Berechnungsgrundlage und aktivierte Patches liefern wichtige Angaben zur bestehenden Income Taxes-Konfiguration der jeweiligen Periode. Kommt es z. B. im Zeitablauf zu einer Änderung der Steuergesetze, werden diese Änderungen in einer neuen Berechnungsgrundlage (BRG) hinterlegt. Selbiges gilt, wenn innerhalb von Income Taxes neue Funktionen ergänzt oder Berechnungsverfahren und automatisierte Berechnungen geändert werden. So ist sichergestellt, dass bereits angelegte Perioden mit den jeweils gültigen "alten" Berechnungsgrundlagen rechnen (also dem jeweils gültigen Rechtsstand) und neu angelegte Perioden die aktuellste Berechnungsgrundlage verwenden.
Neu angelegte Perioden werden deshalb immer (automatisch) mit der aktuellsten Berechnungsgrundlage angelegt. Eine Ausnahme ergibt sich bei Perioden, bei denen neben den Stammdaten auch die Bewegungsdaten einer bereits existierenden Periode kopiert werden. Hierbei werden die Berechnungsgrundlagen der kopierten Periode übernommen – es wird folglich nicht automatisch die aktuellste Berechnungsgrundlage verwendet. In diesem Fall lässt sich die Berechnungsgrundlage jedoch nachträglich durch den Anwender ändern.
Wird beispielsweise eine neue Periode "Abschluss 2024-12-31" angelegt und dabei eine Kopie von Stammdaten und Bewegungsdaten der Vorgängerperiode "Abschluss 2023-12-31" angefordert, wird auch die Berechnungsgrundlage aus der Periode "Abschluss 2023-12-31" kopiert. Soll nun die neueste Berechnungsgrundlage verwendet werden, muss der Anwender nach der Anlage der Periode diese Einstellung manuell im Bearbeiten-Modus der Periode vornehmen.
aktivierte Patches
Hierüber können einzelne Berechnungsgrundlagen aktiviert oder auch deaktiviert werden. Eine einzelne Berechnungsgrundlage wird in dem Fall als Patch bezeichnet.
Für weitere Informationen zum Einspielen und aktualisieren von Berechnungsgrundlagen und Patches siehe Berechnungsgrundlagen und Patches aktualisieren.
Periodentyp,
Berechnungslogik,
Rundung entspr. Steuererklärungslogik
Der Periodentyp unterscheidet zwischen den Ausprägungen Jahresabschluss und Steuererklärung.
Eine Periode vom Typ Steuererklärung verwendet immer die Berechnungslogik Brutto und die Rundung entspr. Steuererklärungslogik ist in dem Fall ebenfalls automatisch aktiviert. Sofern das Sub-Modul Tax Return freigeschaltet ist, wird bei diesen Perioden auch der elektronische Versand ermöglicht (siehe ERiC-Versand).
Das Sub-Modul Tax Return gehört zum Modul Income Taxes und kann separat lizenziert werden. Wenden Sie sich dazu bitte an Ihren Lucanet-Ansprechpartner oder nutzen Sie das Kontaktformular.
In einer Periode vom Typ Jahresabschluss ist keine elektronische Versendung der Steuererklärung möglich. Zudem kann der Benutzer bei diesen Perioden selbst einstellen, ob diese Periode mit Netto- oder Brutto-Berechnungslogik arbeiten und ob die Steuerberechnung entsprechend der Steuererklärungslogik runden soll oder ob alle Werte mit Nachkommastellen angezeigt werden.
Beim Periodentyp Steuererklärung oder Jahresabschluss mit Berechnungslogik Brutto werden Sachverhalte nach § 8b KStG auf Ebene des Organträgers berücksichtigt.
In der Netto-Berechnungslogik werden Sachverhalte nach § 8b KStG auf Ebene der Organgesellschaft berücksichtigt.
Rechnungslegungsvorschrift
Hier stehen die Optionen IFRS und Handelsrecht zur Verfügung. Die Auswahl ist vor allem für den Arbeitsbereich Bilanzvergleich relevant. Während in IFRS-Perioden drei Bilanzspalten dargestellt werden (IFRS-Bilanz, Handelsbilanz, Steuerbilanz), werden in HGB-Perioden nur die Handels- und Steuerbilanz angezeigt. Dieser Unterschied wirkt sich auch auf die Darstellung des Arbeitsbereichs Ergebnisblatt aus.
Bei Nutzung des Moduls Income Taxes für US-GAAP-Zwecke ist IFRS als Rechnungslegungsvorschrift zu wählen. Gleiches gilt, wenn in Income Taxes ein HGB-Konzernabschluss erstellt werden soll. Hier werden ebenfalls drei Bilanzspalten benötigt: Handelsbilanz II (angepasst an Konzernrechnungslegung), Handelsbilanz I und Steuerbilanz.
Diese Einstellung kann nur beim Anlegen einer neuen Periode vorgenommen werden. Spätere Änderungen sind nicht möglich.
Automatisierung tatsächliche Steuern
Wird diese Einstellung aktiviert, werden die Arbeitsbereiche der tatsächlichen Steuern (KSt 1A, Anlage A etc.) mit dem Arbeitsbereich Tatsächliche Steuern automatisch synchronisiert und Vorschlagswerte automatisch übernommen. Um diese Einstellung zu benutzen, wählen Sie als Periodenart Abschluss v3 und stellen Sie das Steuerformular auf vor 2015.
Wird das Steuerformular 2015 oder neuer ausgewählt, erfolgt die Synchronisation der Tatsächlichen Steuern automatisch, ohne dass eine zusätzliche Einstellung notwendig ist und dieses Attribut wird demzufolge beim Anlegen der Periode nicht angezeigt.
Beispielkonfigurationen für Perioden
Nachfolgend finden Sie zwei Beispielkonfigurationen von Perioden:
Der Jahresabschluss wird in diesem Beispiel für 2019 wie folgt konfiguriert:
Für den Jahresabschluss wurden folgende Angaben vorgenommen:
Dialogfeld
Beschreibung
Steuerformular
2017
Vorperiode
Jahresabschluss 2018 (nicht Steuererklärung 2018!)
Verwandte Periode
---
Periodenart
Abschluss v3
Stammdaten / Steuerberechnung Kopie auf Basis von
Werden die Stammdaten fortwährend in der Standardperiode (---) verwaltet, kann auch diese als Kopiervorlage für die neu anzulegende Periode Jahresabschluss 2019 verwendet werden.
Wird der Jahresabschluss 2018 als Kopiervorlage verwendet, müssen die Stammdaten in der neu angelegten Periode Jahresabschluss 2019 zunächst aktualisiert werden (z. B. Steuersätze, Beteiligungsquoten)
Periodentyp, Berechnungslogik
Für Jahresabschlussperioden üblicherweise Jahresabschluss (Netto).
Die Steuererklärung für eine True-Up-Periode wird in diesem Beispiel für 2019 wie folgt konfiguriert:
Für die Steuererklärung wurden folgende Angaben vorgenommen:
Dialogfeld
Beschreibung
Steuerformular
2019
Vorperiode
Steuererklärung 2019 (nicht Jahresabschluss 2018!)
Verwandte Periode
Jahresabschluss 2019 (Periode, für die ein True-Up durchgeführt wird)
Periodenart
Abschluss v3
Stammdaten / Steuerberechnung Kopie auf Basis von
Jahresabschluss 2019 inkl. Steuerberechnung mit Bewegungsdaten, ohne Meilensteinstatus:
Dadurch müssen die bereits im Jahresabschluss 2019 erfassten steuerlichen Werte nur aktualisiert werden.
Periodentyp, Berechnungslogik
Für Steuererklärungsperioden immer Steuererklärung (Brutto und Rundung entspr. Steuererklärungslogik).